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heifischblog

aka heifisch.blog.de

das Geld liegt auf der Straße

Ich wohne in einer Großstadt und bin in meinem Innenstadtbezirk umzingelt von Stein und Beton. Es gibt zwar Natur, aber die ist eingekästelt oder umzäunt und gehört oft anderen.

Nun habe ich dieses Jahr den Beschluss gefasst, den Sommer bei meinem Hausherrn zu verbringen. Der wohnt im Norden Berlins und hat ein Häuschen mit Garten. Das bedeutet, ich öffne morgens die Tür und laufe (noch im Pyjama – aber das weiß ja keiner) erst einmal zu meinen Hortensien, um zu sehen, ob sie über Nacht vielleicht explosionsartig 30 Zentimeter gewachsen sind und 10 neue Blüten haben. Dann werfe ich einen Blick auf den Himbeerstrauch, der etwas geknickt wirkt, da er sich unter der Last der vielen Früchte stark nach vorn neigt. Bisher sind unsere Planungen für eine Rankhilfe erst im Anfangsstadium – bis wir soweit sind, ist der Herbst wahrscheinlich da. Aber sowas will eben gut durchdacht sein!

Überhaupt ist ein Garten eine Herausforderung. Bislang beschränkte sich die Hege und Pflege des Hausherrn darauf, den Rasen (bzw. das Unkraut) zu mähen und ab und zu den Rasensprenger anzustellen. Es gab keinerlei Blühpflanzen, sondern nur seeeehr widerstandsfähige Gewächse, die wahrscheinlich auch in einer Wüste überlebt hätten. Seitdem aber mein Frauenauge regelmäßig auf diese recht große, aber eben auch recht karge Fläche fällt, treibt mich eine geheime Macht immer wieder zum „Grünen Holländer“. Ich stehe dann dort im Blütenmeer mit gezücktem Handy und googele mir Informationen zu den verlockenden grünen Freunden zusammen (Stichworte: „wächst auch auf extrem trockenen Boden“ oder „ist sehr anspruchslos“). Neulich hätte ich fast ein sehr niedliches kleines grünes Grasbüschel gekauft, weil ich es am Eingang neben dem Weg einsetzen wollte. Glücklicherweise habe ich noch rechtzeitig per Handy nachgelesen, dass man sich gut überlegen solle, wo man es hinpflanzt, da es sich wahnsinnig ausbreitet und über 2 Meter hoch wird. Wir wären wahrscheinlich irgendwann nur noch mit Machete aufs Grundstück gelangt….

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Der Regen ist schön warm

Ich verbringe meinen Sommerurlaub gerade auf einem Motorboot im holländischen Friesland. Es gibt Wasser, viel Wasser. Von unten von oben, bei Wind auch von der Seite und innen, wenn das Kondenswasser an den Scheiben herunterläuft. 

Es hat bisher jeden einzelnen Tag mindestens einmal geregnet. Ok, es gab sonnige Unterbrechungen, aber irgendwann kam er dann der Regen. Das Gute daran: die holländischen Kanäle sehen mit ihrer braunen Wasserfarbe auch nicht sehr einladend zum Baden aus, sonst wäre es irgendwie frustrierend.

Momentan liegen wir in Stavoren direkt am Iysselmeer. Es gibt einen Strand, das Meer und: einen durchdringenden Nieselregen inklusive einer steifen Brise. Nur mit eisernem Willen und mentaler Stärke werden wir wohl unseren Plan mit „2 Tagen Strand“ umsetzen können. 

Aber dafür ist der Regen schön warm.

Pflanzendoping

Neulich saß ich abends im Wohnzimmer. Es war spät, der Garten dunkel, und es lief ein gruseliger Krimi, in dem Einbrecher ins Haus kamen, um schlafende Bewohner auszurauben.

So als Mietwohnungskind bin ich nicht daran gewöhnt, in einem Haus zu sein – sei es auch noch so klein. Ich kenne nur das Szenario mit einer Wohnungstür und einem Balkon. Der liegt dann auch noch in einem hohen Stockwerk, so dass keine Gefahr besteht, dass da plötzlich jemand auftaucht und „huhu“ sagt oder so etwas ähnlich Erschreckendes.

Seitdem ich jedoch regelmäßig in einem Haus mit Garten übernachte, musste ich mich umgewöhnen. Nun kommt regelmäßig Besuch. Kröten, die plötzlich im Schlafzimmer auf dem Fenstersims hocken und ihre Backen (?) aufblasen, fremde Katzen, die plötzlich zwischen den Beinen herumstreichen und regelmäßig Kreischanfällen bei mir auslösen. Dabei liebe ich Katzen. Aber ich wüsste halt gern vorher, dass es sich um eine Katze handelt und nicht vielleicht um ein hinterhältiges gefährliches Nachtmonster, das sich zur Tarnung ein flauschiges Fell um die Schultern gehängt hat.

Während ich also auf dem Sofa saß und mit starrem Blick die Einbruchsszene im Fernsehen verfolgte, blitzte plötzlich ein Licht vor dem Fenster auf. Da war jemand! Wer konnte das sein? Ich erwartete niemand und Katzen hatten keine Taschenlampen.

Etwas zittrig schlich ich mich ans Fenster heran und spähte in die Dunkelheit. Ah!! Direkt vor meinem Gesicht tauchte eine Hand auf. Sie trug etwas Grünes mit einer Art Rüssel. Oh Gott! Jemand mit einer furchtbaren Waffe machte sich da draußen zu schaffen!

Dann wieder das Licht: Es beleuchtete von oben ein grauenhaft verzerrtes Gesicht mit tiefen Furchen und vielen Haaren. Oh Gott, ein Einbrecher!  „Pflanzendoping“ weiterlesen

mein erstes Mal

Heute war mein erstes Mal.

Das Bedürfnis war in den letzten Wochen immer weiter gestiegen. Heute war es schließlich fast unerträglich geworden in dieser aufgeladenen, heißen Atmosphäre. Ich brauchte ihn nur anzufassen und ich wusste: heute musste es passieren.

Die Situation war überraschend. Hatte der Mann gerade wirklich gesagt „ich mach es für Sie umsonst – so zum Ausprobieren“??? Doch, ja, ich hatte es klar und deutlich gehört. Eben hatte er noch vor mir gekniet und den Schlauch ausgefahren. Aber, wenn es nun noch mehr umsonst gab, warum eigentlich nicht?

Vorsichtig bewegte ich ihn in Richtung Eingang. Ich war aufgeregt, denn bisher hatte ich so etwas noch nie getan. Ich befolgte die Anweisungen des Mannes: „Jetzt gaaaanz langsam nach vorn und noch einmal zurück, etwas mehr nach links….“ Es wurde immer spannender. Gleich würde ich die  Bremse ziehen müssen und dann gab es kein Zurück mehr.

Fasziniert beobachtete ich, wie das Ding plötzlich ausfuhr und langsam den Konturen folgte – sanft und streichelnd. Und dann die Massage: ich war hin und weg! Von oben bis unten und in alle Öffnungen wurde gepeitscht, gedreht, gebürstet und gespritzt. Am Ende wurde es dann noch einmal so richtig heiß und es wurde geblasen, was das Zeug hielt.

Beim vereinbarten Zeichen hörten wir dann aber auf. Eddie glänzte wie neu und ich schraubte die Antenne wieder an.

So eine Fahrt in die Waschanlage ist echt zu empfehlen.:-)

PS: Und ja: Ich hab das tatsächlich gratis bekommen, nachdem mir der Pächter vorher noch beim Reifenaufpumpen „zur Hand gegangen“ war – sehr aufregend!😉

mit dem Zeh durch die Wand

Seitdem mich eine schwere Erkältung gepackt hat, verbringe ich viel Zeit im Bett. Dösend, schlafend, hustend, herumwälzend und manchmal auch: träumend.

Letzteres klingt so positiv. So als würde ich mir eine schöne Welt mit Vogelgezwitscher und Wellenrauschen herbei träumen, um dann mit einem Lächeln auf den Lippen aufzuwachen und mich gleich viiiiel besser zu fühlen.

Die Wahrheit sieht anders aus. Oft hatte ich mich schon gefragt, weshalb ich morgens plötzlich Kratzer oder blaue Flecke hatte, die garantiert abends noch nicht da waren. Der Hausherr wirkte jedes Mal wie das Oberunschuldslamm persönlich, so dass ich seine Mitwirkung eigentlich ausschließen konnte. Doch was passierte da in der Nacht, während ich schlief?

Heute Nacht habe ich es herausgefunden. Ich stand ewig an einer Kasse an einem Badesee. Der schmierige Verkäufer wollte mir eine hässliche Fleischwurst andrehen, die ich a) nie bestellt hatte, b) nie in meinem Leben essen würde und c) die mit 19.90 Euro so teuer war, dass man es nur als Unverschämtheit werten konnte. Also verlangte ich eine normale Currywurst und mein Rückgeld. Er verschwand mit meinem 50 Euro-Schein und ich wartete und wartete und wartete. Hinter mir die Menschen warteten ebenfalls.

Plötzlich tauchte ein Junge auf, der sich sehr für mein auf dem Tresen abgestelltes Laptop interessierte und im Speziellen für das danebenliegende Ladekabel. Als ich kurz abgelenkt war, griff er zu. Doch meine Reflexe funktionierten, und ich trat ihn blitzschnell in die Kniekehlen. Mit meinem linken Fuß mit voller Kraft.

Das tat dermaßen weh, dass ich davon aufwachte. Meinen Fuß hatte ich zielsicher gegen die Wand gedonnert und mir quasi im Traum und in echt meinen linken großen Zeh verstaucht. (Der Junge ist natürlich entkommen…).

Und nun sitze ich hier mit einem Eispack unter dem Fuß, einer Packung Taschentücher neben mir, Watte im Hirn und Schleim auf den Bronchien und weiß: Sogar im Schlaf kann man nie sicher vor Verletzungen sein.

 

 

Urlaub auf Holländisch

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Bootfahren auf Kuba

 

Letztes Jahr haben mein Hausherr und ich einen Motorbootführerschein (binnen) gemacht. Also jeder seinen – nicht wir beide einen zusammen….. Das bedeutet, dass man 10 Stunden lang in einem Raum schwitzend zusammensitzt und einem Wissenden zuhört, der Vorfahrtssituationen an ein Whiteboard kritzelt. Ganze drei „Unterrichtseinheiten“ darf man auch mal fahren und gegen den Steg krachen beim krampfhaften Versuch, anzulegen. Oder man köpft den Rettungsring beim „Mann-über-Board“-Manöver, das glücklicherweise nicht von einem echten Menschen simuliert wird. D.h. Fahrpraxis gleich null.

Erstaunlicherweise haben wir beide aber die Prüfung bestanden – das ist aber auch schon ein Jahr her. Um uns selbst unter Druck zu setzen (anders kann man das nicht formulieren), haben wir dem drängenden Wunsch der Tochter des Hausherrn nachgegeben, die unbedingt im Urlaub nach Holland wollte. Sie hatte da wohl romantische Windmühlen und süße Jungs im Kopf. Der Hausherr hingegen brachte die Idee auf: „Lasst uns ein Motorboot mieten und durch Friesland fahren!“ Begeisterung allerorten, außer bei mir, da ich eher zur skeptischen Sorte Mensch zähle und mein Gehirn sogleich Fakten auswarf, die mich unruhig machten:

  1. Wir können nicht Boot fahren, schon gar nicht so ein großes
  2. Wir können nicht schleusen (die gibt es aber in Friesland häufig)
  3. Wir haben vergessen, was diese vielen Schilder bedeuten
  4. Wir kennen nur Boote mit Außenbordmotor
  5. Wir sind mit zwei Teenagern den ganzen Tag auf einem Boot
  6. Es gibt keinen Meeresstrand
  7. Die Gewässer sind zur Hauptsaison tierisch voll
  8. Wir müssten das im Voraus streckentechnisch PLANEN

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wer einmal den falschen Stecker zog….

Ich habe ein Macbook Air, das ich mittlerweile sehr lieb gewonnen habe – trotz anfänglicher Umstellungsschwierigkeiten. Es hat leider nur wenig Speicher, so dass ich nach einer Weile die gute alte „externe-Festplatten-Lösung“ mit 1 TB Speicher gegangen bin. Meine Fotos der letzten drei Jahre liegen somit schön iphotolibrarymäßig verkapselt auf der externen Festplatte und machten mir nie Probleme. Bisher.

Dann kam das Familienfest der Jugendweihe von Elias – dem Sohn meines Hausherrn. Familienbilder ohne Ende, einzeln, in der Gruppe, albern, ernst, verschiedene Kombinationen etc. Klar, dass alle mich drängten, ich solle ihnen doch endlich mal die Bilder geben. Blöd nur, dass ich eben eine altmodische Kamera benutzt hatte, deren Inhalt man erst einmal auf einen Rechner ziehen muss. Also „opferte“ ich einen freien Tag, um mich der Sache professionell und umfangreich anzunehmen – wie es so meine Art ist. Die Kamera wurde angestöpselt, die Festplatte ebenfalls und ich zog mir die Bilder in die iphoto-library. Dann fing das schöne Spiel des „Fotoverbesserns“ an. Drehen, Ausschnitte verändern, gerade rücken, Farbe anpassen etc. Da kann man sich eine Weile mit beschäftigen.

Und dann, während als ich an einem besonders schönen Rot-Ton herumschraubte, zog ich parallel mal schnell die Kamera ab, da alle Bilder ja schon gelöscht bzw. auf der Festplatte waren. Leider war es nicht die Kamera, sondern die externe Festplatte.

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Krafttraining mit Paketen

Ich arbeite gerade daran, Aggressionen abzubauen. Der erste Schritt dazu ist es, sie überhaupt wahrzunehmen, was bei mir nicht selbstverständlich ist. Ich bin seit frühester Kindheit darauf geeicht, nicht zu zeigen, dass ich a) gerade wütend bin oder b) dass ich gerade verletzt wurde. Das heißt, ich bin meistens ziemlich perfekt darin, nach außen hin sehr ruhig zu wirken und sogar mir selbst vorzumachen, dass mir das alles nichts ausmacht.

Trainieren konnte ich das schon in der Grundschule als ich eine Brille bekam, etwas zu dick und gut in der Schule war und schlecht in Sport. Alles Faktoren, die dazu führen, dass man früh lernt, mit Beleidigungen und Ausgrenzungen umzugehen. Später hatte ich Kontaktlinsen, war schlank, aber der Sportunterricht fand MIT den Jungen statt. Furchtbar! Wie oft rannte ich unter Johlen gegen den Kasten, statt mit einer eleganten Flanke drüber zu springen oder hing leidend am Stufenbarren. Da half nur, dass ich meine Ohren zumachte und den Blick starr nach innen richtete mit dem Mantra „is´ mir egal, ihr könnt mich alle mal…is´mir egal, is mir egaaaal!“

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Schwaben, Schwein und Schweigen im Wald

Wer Ruhe sucht, der ist hier falsch. So verschlafen das Dorf Göggingen auf der schwäbischen Alb auch wirkt – hier ist mehr los, als bei mir in Berlin. Ständig klingelt das Telefon oder die Türklingel. Familie, Freunde der Familie, Schulkameraden, Schwägerinnen, Onkel, Tanten, Nachbarn, die sich alle per Vornamen vorstellen und herzlich die Hand schütteln. Ich bleibe verwirrt zurück, da ich natürlich die Verbindungen anhand von „Charly“, „Irmi“, „Detzele“, „Ede“ oder „Walli“ nicht erraten kann. Auch längere Gespräche hinterlassen viele Fragezeichen, denn je mehr Schwaben auf einem Haufen sitzen, desto breiter wird der Dialekt und die meisten Sätze drehen sich um noch mehr Menschen mit Namen wie „Hubi“, „Sibi“ oder „Jacko“, die sich alle irgendwann einmal gekannt haben und sich nun darüber austauschen, wie es allen ergangen ist, wie viele Kinder sie haben, wo sie wohnen, wer gestorben ist oder wer wen vor Kurzem getroffen hat. Auf jeden Fall habe alle immer viel Zeit. Das mag daran liegen, dass gerade alle Urlaub haben, aber sicher bin ich mir nicht. Hier scheint der Schwatz mit dem Nachbarn einfach dazu zu gehören. „Schwaben, Schwein und Schweigen im Wald“ weiterlesen

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