Seit ungefähr drei Jahren laufe ich nicht mehr, weil mein Rücken, meine Muskeln und irgendwie mein ganzer Körper nach dem zweiten Marathon gestreikt haben. Und das, obwohl ich viele Jahre lang mehrere Halbmarathons im Jahr mitgemacht hatte.

Lange wollte ich das nicht so hinnehmen. Ich fing immer mal wieder ganz klein an, war voller Optimismus und dann schwups, kam immer wieder ein Zipperlein um die Ecke und zwang mich damit aufzuhören. Seit ca. 1,5 Jahren habe ich Knieprobleme bekommen, die ich vorher nie hatte. Ich vermute, weil ich nicht mehr laufe…. Irgendwie unlogisch, aber leider wahr.

Der Körper gewöhnt sich nicht nur sehr schnell ans Nichtstun, sondern verlangt außerdem ständig nach Wein, Schokolade und Chips. So als müsse er sich belohnen dafür, dass er es geschafft hat, mich Kilometerfresserin endlich von der Straße zu kriegen. Den Laufkampf habe ich nach langem Frust jetzt tatsächlich aufgegeben, aber den Kampf gegen mein Gewicht nicht.

Seit Jahr und Tag bin ich Mitglied bei den Weight Watchers – erst nur online und jetzt seit ca. einem Jahr auch bei den Treffen. Und ja, ich habe das Gewicht von vor Weihnachten wieder erreicht, aber das ist noch nicht die Abnahme, die mir vorschwebt. Ich denke mit Wehmut an die Zeiten, als ich gefühlt fit wie ein Reh ewig lange Läufe durch verschneite Wälder absolvierte und mir keine Gedanken über das Essen machen musste. Die bösen Kalorien wurden eh sofort wieder verbrannt. Heute starre ich missmutig auf meine Weight Watchers App und überlege mir bei jedem Keks, ob er sich wirklich lohnt, wenn man nur 23 Punkte Tagesbudget hat.

Die kleinen Nebensnacks kann man sich gleich ganz sparen:

  • 1 Duplo: 5 Punkte,
  • 1 Glas Weißwein: 5 Punkte,
  • 1 Glas Rotwein: 6 Punkte,
  • 1 Tüte Chips: 30 Punkte,
  • 1 Tafel Vollmilchschokolade: 28 Punkte.

Um mich anzuspornen, bin ich vor einer Weile in einen kleinen Wettbewerb mit meinem Coach getreten. Jede Woche wiegen wir uns gegenseitig und versuchen besser zu sein als die andere. Das klappte genau zweimal, danach war mir schon wieder alles egal.

Heute haben wir uns etwas Neues ausgedacht. Ich habe mit ihr besprochen, dass ich jedesmal, wenn ich etwas essen will, es ihr per WhatsApp als Foto schicke. Da das irgendwie peinlich ist, lasse ich plötzlich die Salzmandeln in der Tüte und den Cookie hinterm Tresen. Und ganz da hinten in meinem Kopf erwacht auch ein kleiner Ehrgeiz. Er sagt: Du kannst das! Nächste Woche geht’s abwärts, jawohl!

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