Seit fast drei Wochen quäle ich mich mit irgendeinem eingeklemmten Nerv im Nacken-Schulterbereich herum. Ich habe Gymnastik versucht, Schmerztabletten genommen und gedehnt. Das Ergebnis war immer gleich null.

Wie ich eben so in meinem anderen Blog herumlese und dabei auf Alexander-Technik stoße, fasse ich mir gerade selbst an den Kopf. Klar! Wozu habe ich monatelange Stunden genommen? Wozu habe ich gelernt mit eben diesen Verspannungen umzugehen? Dass es eben nicht darum geht, mit aller Macht, etwas „wegzukriegen“, sondern darum, den Körper „in Ruhe zu lassen“.

Also stelle ich mich hin. Spüre meine Füße, gehe mit meiner Aufmerksamkeit von den Füßen langsam hoch über die Waden, die Knie, die Oberschenkel…. und lande bei den Schultern. Dort bleibe ich einen Moment, stelle mir vor, dass die Schulterblätter ähnlich wie Flügel über dem Brustkorb schweben – also frei und beweglich sind. Dann gehe ich sanft Wirbel für Wirbel – nur in Gedanken – hoch in den Kopf. Ich bewege den Kopf millimeterweise von links nach rechts und von vorn nach hinten. Während ich das tue, fühle ich immer noch meine Füße auf dem Boden und stelle mir vor, wie alles miteinander verbunden ist.

Ich laufe ein paar Schritte, stelle mir vor, wie mein Kopf auf einer Wasseroberfläche schwebt. Dabei bewege ich meinen Kopf weiter hin- und her. Ganz sanft lässt die Spannung nach. Über meinen Rücken laufen angenehme Schauer, ich muss unwillkürlich ganz tief einatmen. Ich fühle mich gelöst und mein Nacken ist viel beweglicher. Ich bleibe stehen und hebe einen Arm nach dem anderen, ohne dabei die Schultern anzuspannen. Das muss ich auch gar nicht, denn das Gewicht wird über den ganzen Körper nach unten an den Boden abgegeben. Mein Magen grummelt freundlich und verströmt ein angenehm warmes Gefühl.

Mein Hals ist beweglich, ich kann meinen Kopf wieder nach links drehen, ohne vor Schmerzen zu schreien. Und jetzt frage ich mich:

Warum ist mir das nur nicht schon viel früher eingefallen???

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