Dieses Gefühl habe ich nun schon einige Wochen. Ich habe im Urlaub ein erstes Kapitel meines geplanten Romans begonnen. Zwanzig Seiten sind geschrieben, aber ich bin immer noch nicht da, wo ich ursprünglich eigentlich anfangen wollte: im Big Eden.

Damals war ich 16 und ich möchte unbedingt erzählen, wie das war mit der „Soldatenliebe“ – mit den amerikanischen G.I.s und den Franzosen. Doch im Dokument bin ich immer noch 10 Jahre alt und erlebe den Horror meiner Grundschulzeit noch einmal. Keine schöne Zeit und eigentlich möchte ich sie auch schon längst verlassen haben, doch es geht nicht. Immer wieder überarbeite ich Textstellen, schreibe Sätze um und überlege, ob nicht andere Dinge erzählt werden müssten. Dann wollte ich mich selbst überlisten und habe einfach mit einem neuen Kapitel angefangen, das direkt im Big Eden spielt, doch mehr als der erste Absatz will einfach nicht aufs Papier, dann lande ich wieder am Anfang. Jedes Mal, wenn ich mich dazu zwingen will, bekomme ich Hunger. Oder die Katze. Also jedenfalls hat sie irgendwie hungrig geguckt. Und dann hat sie geschnurrt und wollte ganz bestimmt gestreichelt werden. Dass man sich dafür Zeit nehmen muss, ist ja klar. Also weiter. Ich sitze am PC und starre auf den Absatz, der einfach nicht länger werden will. Ich sollte mal in den Garten gehen – da ist bestimmt in den letzten zwei Stunden irgendein Unkraut gewachsen, das ich entfernen muss.

Eine Stunde später. Ich sitze wieder am Schreibtisch. Fühle mich ausgelaugt. Gehe in die Küche und setze Kaffee auf. Starre grübelnd auf die Espressokanne und sinniere über das Ende der 70er Jahre. Wie soll ich denn bitte aus meiner Kindheit in die Jugend gelangen, so dass es irgendeinen Sinn ergibt und auch noch interessant ist. Fühle Leere. Apropos, wann habe ich eigentlich das letzte Mal etwas gegessen? Ach egal, Frau kann immer essen. Betrachte besorgt meinen Bauch, der sich in meiner sommerlichen Baumwollhose zwar wohl fühlt, aber noch nicht ahnt, dass es irgendwann wieder kühler wird. Ich gehe ins Schlafzimmer und lege eine Jeans heraus. „Konfrontationstherapie“ hilft vielleicht. Die Jeans wirkt irgendwie klein, wie sie da auf dem Bett liegt. Kann den Anblick nicht ertragen und lege sie in den Schrank zurück.

Poste Katzenbilder.
Starre auf den Text.
Blogge übers Schreiben…..

Advertisements