Ganz dunkel erinnere ich mich an das Hochgefühl so kurz vor einem Urlaub: nicht mehr ins Büro, wegfahren, mal etwas anderes sehen und viel erleben. Doch die Seuche mit C hat auch dieses Gefühl verdrängt, Homeoffice sei Dank.

Obwohl ich seit gestern Urlaub habe, kommt nur ein sehr schwaches „juchhu“ über meine Lippen. Es ist alles wie immer – nur die Büro-Videokonferenzen fallen weg. Dafür hat sich ein Familien-Orga-Team „Ostern“ gebildet, das sich heute Abend treffen wird (natürlich per Videokonferenz). Noch eine Video-Software, die ich endlich ausprobieren darf. Nach GoToMeeting, Skype, Facetime, WebEx, Zoom und diversen anderen, von denen ich die Namen schon wieder vergessen habe, nun endlich auch Jitsi.

Die vielen Dinge, die sonst erledigt werden müssen, weil Deadlines drohen, sind einfach nur ersetzt worden durch Corona-Themen: Was dürfen wir noch, wer sind wir und wieviele und wie sollen wir bloß das Klopapier in unsere Höhle schleppen, wenn doch jetzt der Donnerstag zum „Ruhetag“ erklärt wird. Ganz zu schweigen vom Thema „Haushalte“ und gemeinsam essen. Meine Idee dazu: Wir stellen ein großes Buffet in die Küche und öffnen das Fenster zum Garten. Dort stellen sich alle mit FFP2-Maske in eine Reihe (1,5 Meter Abstand) und halten brav hintereinander ihre leeren Teller hinein, um sie von der Küchenfee füllen zu lassen. Natürlich darf die Familie dann nicht im Garten herumlungern, sondern muss sich im Dorf verteilen oder am besten im Gehen essen. 

Meine Sorge: Fremde könnten sich einreihen und durch die Maske unerkannt unser Osteressen abgreifen. Wir sollten ein Kennwort vergeben. Irgendwas wie „Das Fenster zum Hof“ oder „Impf-Fiction“ oder für die Social Media-Affinen „#WirWollenKarl“ bzw. „ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ„.

Die Kirche im Dorf lassen

Obwohl eigentlich alle wissen sollten, dass Beten nichts bringt, sind doch viele traurig, dass sie zu Ostern nicht in die Kirche dürfen. Erst ist Weihnachten ausgefallen und jetzt auch noch Ostern. Das ist einfach zu viel des Schlechten, da hängen schwarze Woelki über der Kirche. Dabei finde ich das übertrieben, denn schließlich bleibt doch die Kirche im Dorf! Wer also das Gebäude mit dem Kreuz auf dem Dach braucht, kann sich ja davor oder drumherum stellen. Wenn der Pfarrer wirklich wollte, könnte er per Lautsprecher laut sprechen und dann mit allen gemeinsam beten. Nur eben im Stehen. Das mögen die Männer doch. Sitzen ist eh nur was für Weichlinge. Und mein Gott: Es gibt doch Klappstühle. Kleiner Hinweis für die BerlinerInnen unter uns: Nein, das Gebäude mit dem Kreuz auf dem Dach ist NICHT das Europa-Center!

In Wirklichkeit ist das alles überhaupt nicht schlimm. Immerhin haben wir jetzt Impfstoffe. Und hey, 4,23 Prozent der Deutschen sind Stand heute vollständig geimpft! Ist das nicht toll? Na gut, die Variante B.1.1.7 macht mittlerweile über 50 Prozent aller Infektionen aus und ist gerade für die nicht geimpfte Gruppe der 55- bis 69-Jährigen auch 50 Prozent tödlicher, aber bei Spahns Impftempo kann es ja nicht mehr lange dauern, bis wir die STIKO-Impf-Priorisierungen nicht mehr brauchen. Da gibt es doch jetzt diese tolle Task-Force, die das richten wird. *gacker* *rofl* äh, sorry, wo war ich? Achso. Ich finde, man sollte dem Andi auch so einen gemeinen Streich spielen wie dem Bernd Höcke und ihn einfach ab jetzt nuschelnd B. Scheuert nennen.

Doch nun muss ich schließen, meine lieben Kinder. Ich werde B. Liefert. Die kleinen Highlights der Corona-Inhaftierten.