Wenn man in der Stadt wohnt, ist man entwöhnt von alten Bräuchen – in Berlin sowieso. Umso verwunderter war ich bei einer Wanderung im Goslarer Harz, auf zwei Hexen mit Bollerwagen zu treffen. Nur ich schien mich zu wundern, alle anderen kicherten nur und gingen ihrer Wege. Es ist also im Harz offenbar normal, mit spitzen Nasen, Hexenbesen und grünen Gesichtern der „Spur der Steine“ zu folgen und sehr menschlich aussehende Bündel an Pfähle zu ketten. Meine Recherchen ergaben: Hier geht am 30. April voll die Hexe ab! Die Walpurgis-Nacht ist DAS Ereignis überall rund um den Brocken.

In über 20 Orten im Harz wird das Hexenfest mit Inbrunst gefeiert, Hexenbrennen inklusive. Allerdings hoffe ich, dass damit Puppen gemeint sind. Der größte Hexensabbat findet auf dem Brocken statt, doch auch in kleinen Orten wie Wolfshagen ist im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los. Ihr Tanzplatz ist die „Wolfshöhe“, wo Hexen und Teufel 2018 sogar einen Weltrekord aufstellten, indem sie mit fast 600 Hexen-Gästen „ihren Speck schüttelten“.

Die Hexenversammlung hätte ich sehr gern einmal miterlebt. Doch durch Corona dürfen die Hexen auch dieses Jahr nicht mit ihren heißen Fegern auf den Brocken reiten.

Hexen-Interview auf YouTube:

https://youtu.be/yjX4Twgj0QM

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